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Geschichte der Evangelischen im Innviertel

Seit der Reformationszeit gab und gibt es viele Braunauer Persönlichkeiten, die sich zur evangelischen Lehre bekannten/bekennen. Erfahren Sie hier mehr zur Geschichte der Evangelischen in Braunau und Umgebung:

16. Jahrhundert

1517

Nach der Veröffentlichung der 95 Thesen von Martin Luther  verbreitet sich die neue Lehre wie ein Lauffeuer durch die deutschsprachigen Länder.

 

Leonhard Kaiser

Von der Amtskirche und den staatlichen Organen wird diese „Ketzerei“ bekämpft. So wird der evangelische Prediger Leonhard Kaiser 1527 in Schärding verbrannt.

Während in Oberösterreich ca. 80-90 % der Bevölkerung die neuen Gedanken aufnehmen, sind es in Bayern (Braunau und Innviertel gehören damals noch zu Bayern) nur die Mehrheit in den Städten – so auch in Braunau. Der Rat der Stadt Braunau stellt evangelisch gesinnte Prediger ein. Dies macht sich vor allem in der Kommunion „unter beiderlei Gestalt“ (= Hostie und Wein für alle Gläubigen) und in (teilweise) deutschsprachigen Messen bemerkbar. Außerdem unterrichteten die Schulmeister nach Luthers Katechismus. Die Wittelsbacher Landesherrn tolerieren dies lange Zeit. Der bayrische Herzog Albrecht V. bittet gar Mitte der 50er Jahre beim Papst um die Erlaubnis, dass die Kommunion künftig in beiderlei Gestalt zu reichen sei, was dieser jedoch zunächst ablehnt. Daraufhin erlaubt es der Herzog auf eigene Verantwortung am 31. Mai 1556.

Quellen: Vortrag Dr. Johann Dorner (nicht schriftlich fixiert); Dr. Elfriede Csallner in: Festschrift „100 Jahre evangelische Kirche Braunau am Inn“ (1966) S. 8-9); u.a.

 

1567

Hans Staininger Hans Staininger

Der langjährige Braunauer Stadthauptmann Hans Staininger stirbt am 28. September. Der Legende nach stolpert er über seinen langen Bart und bricht sich dabei sein Genick. Er war evangelisch, seine Grabplatte (an der Nordfassade der Stadtpfarrkirche) weist mehrere damals typisch evangelische ikonographische Elemente auf.

Lesen Sie hier mehr Details zu Hans Staininger und sein Epitaph:

Übersicht + Details (Teil 1) + Details (Teil 2)

 

1570

Braunau in der Zeit um 1570 bis 1590

Nachdem Albrecht V. gemerkt hat, dass nur eine selbstbewusste Minderheit in den Städten die Kommunion unter beiderlei Gestalt annimmt (gegen den Laienkelch sprechen in erster Linie hygienische Gründe, insb. die Ansteckungsgefahr in Zeiten der Pest), geht er wieder gegen den Protestantismus vor. Vom 19. bis 26. September 1570 visitiert eine Kommission Braunau und rekatholisiert die Stadt mit massivem Druck durch u.a. „Einzelverhöre“ der Ratsmitglieder, Schandgeigen für Frauen und der Drohung, innerhalb dreier Tage aus Bayern ausgewiesen zu werden. Die meisten fügen sich, einige aber gehen ins Exil. Auch die Kinder von Hans Staininger müssen das nun wieder katholische Braunau verlassen (seine Frau starb im Februar 1570) und ziehen in die evangelische Stadt Augsburg.

Siehe dazu diesen Bericht der Kommission

(übersetzt von Dr. Johann Dorner, Burghausen).

Dazu auch eine Kurzfassung des Vortrags mit Beschreibung der Visitation (von Dr. Johann Dorner)

 

17.-18. Jahrhundert

1705 zeitgeschichtliche Notiz: Während des bayerischen Volksaufstandes gegen die kaiserliche Besatzung errichten die Aufständischen in Braunau im Dezember das „Braunauer Parlament“. Die Demokratiebewegung wird aber wieder niedergedrückt. Am 17. Jänner 1706 wird Braunau den kaiserlichen Truppen übergeben.

 

1779 zeitgeschichtliche Notiz: Das Innviertel wird durch den Friedensvertrag von Teschen am 13. Mai Teil von Österreich.

 

1781

Kaiser Joseph II.  erlaubt im Toleranzpatent die freie Ausübung des evangelischen Glaubens.

 

1784

Kaiser Joseph II. löst das Kapuzinerkloster in Braunau auf. Die Gebäude stehen leer. Später wird das Hauptgebäude zum Stadttheater umgebaut und der Getreidespeicher wird ab 1862 zur evangelischen Kirche.

19. Jahrhundert

1806

Hinrichtung Palm Denkmal Palm

Auf Befehl Napoleons wird der evangelische Buchhändler Johann Philipp Palm  aus Nürnberg nach Braunau gebracht, um hier hingerichtet zu werden. Palm verkaufte ein Buch, das zum Widerstand gegen die französische Besatzung aufruft. Da es weit und breit keinen evangelischen Geistlichen gibt, begleitet der katholische Kaplan Thomas Poeschl ihn auf seinem letzten Gang. Nach der Erschießung bestatten ihn die Braunauer würdevoll und setzen ihm zum 100. Todestag ein Denkmal.

Siehe hier den Text der Schrift „Deutschland in seiner tiefen Erniedrigung“, die J.P. Palm zum Verhängnis wurde.

 

1810 zeitgeschichtliche Notiz: Am 16. März wird die Kaisertochter Erzherzogin Maria Louise auf der nach ihr benannten Louisenhöhe (St. Peter am Hart, Grenze zu Braunau) an den Bevollmächtigten der Delegation Napoleons übergeben. Mit der Heirat wollte Napoleon seinen Anspruch als Kaiser legitimieren. Umgekehrt erhoffte sich das Haus Habsburg mit dieser Heirat langfristigen Frieden, nachdem es viele verlorene Kriege gegen Napoleon führte. In den Jahren 1810 – 1816 kommt das Innviertel noch einmal unter Bayerische Verwaltung, bevor es 1816 endgültig an Österreich übergeht.

 

1818 zeitgeschichtliche Notiz: Im Heiligabend-Gottesdienst wird zum ersten Mal das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“   in der St. Nikolaus –Kirche in Oberndorf gesungen. Komponiert haben es der aus Hochburg-Ach stammende Komponist und Dorfschullehrer Franz-Xaver Gruber  und der Hilfspfarrer Joseph Mohr.

 

1838

Jakob Schönthaler

Der evangelische Kaufmann und Spediteur Jakob Schönthaler (27. Mai 1800 - 6. April 1876) aus Pforzheim kommt nach Braunau. Er ist sehr erfolgreich und engagiert sich in der Lokalpolitik (Braunauer Gemeinderat) und auf Landesebene (ab 1861 Abgeordneter im Landtag).

Siehe hier den Artikel über Jakob Schönthaler aus dem „Österreichischen Biographischen Lexikon“ (bitte auf Druckausgabe (pdf) klicken)

 

1854

Hugo von Preen

Am 25. Mai wird Hugo von Preen in Osternberg (heute Stadtteil von Braunau) geboren. Der evangelische Künstler ist 1884 Mitbegründer der "Osternberger Künstlerkolonie" und 1923 Gründungsmitglied der bis heute tätigen "Innviertler Künstlergilde". Neben der Kunst (Landschaftsbilder, Porträts u.a.) ist er ein angesehener Ausgräber und Heimatforscher. Zahlreiche Funde sind in den Landesmuseen Oberösterreichs ausgestellt. Für das Braunauer Glockengießerhaus richtete er 1916/17 eine Nachbildung eines Innvierteler Bauernhauses ein.

 

1861

Braunau um 1860 Pfarrer Johann Carl Ludwig Overbeck

Schönthaler sucht einige versprengt lebende Evangelische zusammen. Am 14. April feiern sie zusammen in einem alten Braugasthof einen Gottesdienst mit Abendmahl (= Kommunion). Den Gottesdienst hält der für diese Gegend zuständige Pfarrer aus Attersee: Johann Carl Ludwig Overbeck. Aufgrund des Protestantenpatentes von Kaiser Franz Josef I. ist es den evangelischen inzwischen erlaubt, eigene Kirchen zu bauen und Pfarrer anzustellen.

Quelle für die Zeit 1861 bis 1980: Aufzeichnungen von Frau Dr. Elfriede Csallner aus: Dr. Leopold Temmel, Evangelisch in Oberösterreich, Linz, 1982; außerdem diverse Erinnerungen von Zeitzeugen.

 

1862

Getreidespeicher um 1860 Einladung zur Kirchweihe 1866

Schönthaler kauft den ehemaligen Getreidespeicher des Kapuzinerklosters (Theatergasse 11) und baut ihn zu einer schlichten Kirche um (Kirchweihe: 1866).

Die Gemeinde wird von Attersee aus betreut.

 

1863

Heinrich Gottfried Aumüller Christuskirche Salzburg

Die Tochtergemeinde Attersees Salzburg (Christuskirche in der Schwarzstraße) wird selbstständig und übernimmt die Betreuung Braunaus.

Der Salzburger Pfarrer Heinrich Gottfried Aumüller (*27.06.1841 in Coburg, gest. 24.05.1913 in München) kommt einmal im Monat nach Braunau, um hier einen Gottesdienst und Religionsunterricht zu halten.

Die Fahrt dauert noch sehr lange, da es noch keine Bahnverbindung gibt.

 

1868

Jakob Schönthaler gründet zusammen mit einigen anderen Gutsbesitzern und Kaufleuten die "k.k. privilegierte Aktiengesellschaft der Neumarkt-Ried-Braunauer Bahn", die den Bau einer Zugverbindung anschiebt und finanziert. Am 20. Dezember 1870 wurde der Zugbetrieb bis Braunau aufgenommen, bis nach Simbach im folgenden Juni. Danach wurde eine zweite Bahnlinie von Steindorf bei Straßwalchen nach Braunau (Mattigtalbahn) in Angriff genommen, die 1873 fertiggestellt wurde und zunächst ebenfalls privat betrieben, dann aber 1882 verstaatlicht wurde.

Quellen:
Franz Aschauer (Oberösterreichs Eisenbahnen, Wels, 1964)
Christian Hager (Die Bahnen im Innviertel, Wien 1995 – Bahn im Bild 92)

 

 

1876

Jakob Schönthaler stirbt und richtet testamentarisch eine Stiftung ein. Das Geld soll so lange stehen bleiben und anwachsen, bis man mit den Zinsen einen eigenen Pfarrer bezahlen könnte.

 

1889 zeitgeschichtliche Notiz: Am 20. April wird in Braunau Adolf Hitler geboren, wenig später in der Stadtpfarrkirche getauft. Nach ca. 3 Jahren zieht die Familie nach Linz.

 

1899

Oscar Lukacs

Das Stiftungsgeld reicht aus und die Pfarrgemeinde wählt den bisherigen Pfarrer von Attersee Oscar Lukacs (geboren 24.06.1862 in Ofen (heute Budapest, Ungarn), gest. 12.08.1934 in Braunau) zum Pfarrer (Dienstantritt: 17.03.1900).

20. Jahrhundert bis zum Ende des 2. Weltkriegs

1900

Die Evangelische Pfarrgemeinde A.B. Braunau am Inn wird selbstständig.

(„A.B.“ steht für „Augsburger Bekenntnis“ und meint „Lutherisch“)

Braunau ist die älteste evangelische Pfarrgemeinde im Innviertel.

Zur Braunauer Pfarrgemeinde gehören auch die Evangelischen der Gerichtsbezirke Mauerkirchen, Mattighofen, Wildshut, Obernberg und Ried im Innkreis, alle zusammen rund hundert Seelen. Anfangs hatte der Pfarrer zudem die Verpflichtung, fünfzehnmal im Jahr in Salzburg Gottesdienst zu halten.

 

1902

Zumindest seit diesem Jahr gehört Pfarrer Lukacs auch offiziell dem "Armenrat(h)" der Stadt Braunau an.

Quelle: Landesbibliothek Oberösterreich

 

1915 zeitgeschichtliche Notiz: Im Jänner wird an der Grenze Braunau/St. Peter ein Kriegsgefangenenlager an der Mattig errichtet. Etwa 40.000 Gefangene leben hier zusammen aus verschiedenen Nationen (hauptsächlich Russen, Italiener, Serben), verschiedenen Konfessionen (röm.-kath., evangelisch, orthodox) und Religionen (Christen, Juden, Muslime).

Siehe hier einen Beitrag dazu von Rüdiger Buchholz.

 

1916

Lukacs wird zum Senior des Oberländer Seniorats gewählt. Auch in der politischen Gemeinde fallen ihm weitere besondere Ehrenämter zu, obwohl die Bevölkerung von Braunau am Inn fast rein katholisch ist.

 

1918

Das Ende des ersten Weltkriegs bedeutet auch das Ende der Schönthalerstiftung. Nun muss die kleine Evangelische Gemeinde selbst für ihren Seelsorger aufkommen.

 

1932

Aurel Just

Mit der Pensionierung von Pfarrer Lukacs kommt Dr. Aurel Just (geboren 27.12.1896 in Wien) als neuer Pfarrer. Er hält nun auch Gottesdienste im Betsaal vom Lederfabrikant Ludwig Vogl in Mattighofen. Außerdem kommen auch viele Evangelische aus Simbach nach Braunau.

 

1934

Vor dem Hintergrund der klerikalen Staatsführung im Ständestaat erlebt die Pfarrgemeinde eine Übertrittswelle – 1934 treten 56 Menschen der Evangelischen Gemeinde bei und erhöhen dadurch die Mitgliedszahl auf 411.

 

1938 zeitgeschichtliche Notiz: Am 12. März überschreitet Adolf Hitler in Braunau den Inn und fährt gleich weiter nach Linz, um den „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich zu verkünden.

Für die Pfarrgemeinde bedeutet der „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich, dass nun die Simbacher Evangelischen besser betreut werden können. Eine Ausdehnung des Pfarrgemeindegebietes auf bayerisches Gebiet wird allerdings von der Bayerischen Landeskirche abgelehnt. Doch feiern die Evangelischen aus dem Raum Simbach ihre Gottesdienste unter der Leitung des Neuöttinger Vikars Gutmann zwei Mal im Monat in der Braunauer evangelischen Kirche.

 

1940

Gerhard Herz

Pfarrer Dr. Just wird als Archivar nach Wien berufen und seine Stelle übernimmt der junge Pfarrer Gerhard Herz (geboren 20.04.1913 in Wiedersberg, Sachsen, zuvor Vikar in Thening), der aber kurz darauf zum Kriegsdienst eingezogen wird und an der Ostfront im Lazarett Grodno am 02.10.1943 stirbt.

Die Nachbarspfarrer helfen mit Gottesdiensten aus. Die schriftlichen Arbeiten besorgte die Witwe des Verstorbenen für ein Entgelt, das dem Zins für die Pfarrerswohnung gleichkam, die sie gemietet hatte.

Ebenso brachte sich sein Vater Pfarrer Albrecht Herz ein, der seine eigene Gemeinde wegen seiner offen gezeigten Mitgliedschaft bei der "Bekennenden Kirche" verließ (ob er dort "nur" Predigtverbot erhielt oder gar suspendiert wurde, ist nicht ganz klar).

 

1944

Anton Scheiderbauer Flüchtlinge Herbst 1944 Erdhüttenlager Neukirchen

Mit dem Strom von Flüchtlingen aus den ehemaligen Ostländern der Donaumonarchie kommen auch viele Evangelische ins Innviertel – aus Siebenbürgen, dem Banat und der Batschka. Die Anzahl der Evangelischen steigt innerhalb weniger Wochen von 500 auf etwa 10.000. Mit ihnen kommt der siebenbürgische Pfarrer Berthold Folberth mit seiner Familie. Er zieht weiter und übernimmt die neugegründete Pfarrgemeinde Schwanenstadt, während nach Braunau der Welser Pfarrer Anton Scheiderbauer (geboren 25.01.1893 in Wels, im Krieg Wehrmachtspfarrer in Frankreich und Russland) kommt.

Lesen Sie hier den Bericht von Ing. Stefan Ziekel über die Situation der Flüchtlinge.

20. Jahrhundert nach 1945

1945

Im Bezirk Braunau werden 307 Kinder getauft, 147 Menschen werden beerdigt, an 45 Orten wird regelmäßig Gottesdienst, Religions- und Konfirmandenunterricht gehalten (z.T. in Schulen, Wirtshäusern, Flüchtlingsbaracken)

Die meisten Flüchtlinge ziehen aber weiter oder wandern aus.

Flüchtlinge finden Arbeit und Unterkunft bei Bauern und im neuen Kohlekraftwerk in Trimmelkam (St. Pantaleon).

Heilig Geist Kirche Mauerkirchen Gottesdienst im Zeichensaal der HS Mauerkirchen St. Georgen

Die evangelische Landeskirche von Württemberg hilft aus, indem sie fortan für je ein, zwei Jahre einen Vikar (Pfarrer in der Ausbildung) nach Mauerkirchen schickt, der hier die Gottesdienste und den Unterricht halten sollte. Den Anfang macht Vikar Rudolf Wehlmann (1945 – 1946). Die Gottesdienste finden in den kommenden Jahren in der Heilig-Geist-Kirche (Mauerkirchen), im Zeichensaal der Hauptschule oder in der Filialkirche St. Georgen (Burgkirchen) statt.

 

1946

Vikar in Mauerkirchen: Heinrich Bolz, der sogar 6 Jahre bleibt (1946-1952).

 

1952

Die Evangelische Pfarrgemeinde A.B. Schärding wird selbstständig.

 

1953

Die Evangelische Pfarrgemeinde A.B. Ried im Innkreis  wird selbstständig.

Vikar in Mauerkirchen: Albert Rempis (1953-1954).

 

1954

Die Pfarrgemeinde verkauft das bisherige Pfarrhaus in der Linzerstraße 41 und baut ein neues in der Kaiserschützenstraße 24.

Vikar in Mauerkirchen: Konrad Ludwig (1954-1955).

 

1955

Edgar Walter

Pfarrer Scheiderbauer stirbt am 26.05. mit 62 Jahren. Für ein Jahr kommt Pfarrer Edgar Walter (geboren 10.03.1913 in Preßburg).

Vikar in Mauerkirchen: Richard Schultz (1955-1956).

 

1956

Herwig Karzel

Unter Pfarrer Herwig Karzel (geboren 17.03.1925 in Bielitz, Schlesien, zuletzt Pfarrer in Ried, gest. 29.07.2001 in Salzburg) ordnen sich die Verhältnisse und es setzt eine rege Bautätigkeit ein. Noch in diesem Jahr entsteht die Küsterwohnung in der Theatergasse 13.

Die im Bezirk gebliebenen Evangelischen rücken zusammen und bilden Siedlungen in Mauerkirchen, Hochburg-Ach, Riedersbach, Altheim, Mattighofen, Munderfing und Lengau.

Vikar in Mauerkirchen: Dieter Roser (1956-1957).

 

1957

Vikar in Mauerkirchen: Ulrich Stöhr (1957-1958).

 

1958

Vikar in Mauerkirchen: Adolf Götz (1958-1959).

 

1956

Vikar in Mauerkirchen: Dieter Maier (1959-1960).

 

1960

Bau der Erlöserkirche Relief Mauerkirchen (Gunda Schihan)

In Mauerkirchen entsteht durch Eigenarbeit die Erlöserkirche. Am 18. September 1960 ist die Kirchweihe. Das Relief über dem Portal schafft die Braunauer evangelische Künstlerin Gunda Schihan. Vikar in Mauerkirchen: Hans Rudat (1960-1962).

In Braunau wird das Evangelische Bildungswerk ins Leben gerufen.

 

1961

Die Evangelische Pfarrgemeinde A.B. Mattighofen wird selbstständig (mit 3 Kirchen in Mattighofen, Munderfing und Lengau)

 

1962

Gnadenkirche Auferstehungskirche

In Hochburg-Ach entsteht unter kräftiger finanzieller Hilfe der Grafen-Familie Castell-Castell die Gnadenkirche (links) und in Riedersbach wird die Auferstehungskirche (rechts) gebaut. Die Kirchbauten werden von den politischen Gemeinden mit Baugrund und Materialien unterstützt. Auch andere Evangelische Gemeinden helfen mit (z.B. ist die Glocke der Auferstehungskirche ein Geschenk der Ev. Pfarrgemeinde Lenzing-Kammer, Bänke und Kanzel von der Ev. Pfarrgemeinde Burghausen).

Eberhard Göhner Vikar in Mauerkirchen: Eberhard Göhner (1962-1964).

 

1964

Vikar in Mauerkirchen: Dr. Hans Mayr (1964-1966).

 

1965

Pfarrer Karzel wird zum Direktor des Predigerseminars (Ausbildungsstätte für Pfarrer) berufen und verlässt daher die Gemeinde.

 

1966

Ulrich Dehli Vikar in Mauerkirchen: Ulrich Dehli (1966-1968).

 

1967

Werner Sindram

Nach 2 Jahren Vakanz kommt Pfarrer Werner Sindram (geboren 1930 in Wehrkirchen, Ostpreußen). Er baut den bis heute bestehenden guten und engen Kontakt zur römisch-katholischen Pfarrgemeinde auf. Es kommt zu ersten ökumenischen Abendgottesdiensten.

Vikar in Mauerkirchen: Helmut Iglauer (1968-1970).

 

1970/71

Umgestaltung der Braunauer Dankbarkeitskirche.

Dankbarkeitskirche vor Umbau Gottfried Pfeiffer

Der Gottesdienstraum liegt nun im 1. Obergeschoss, im Erdgeschoss befindet sich der Gemeindesaal „Schönthalersaal“ – benannt nach dem Gemeindegründer. Während der Umbauarbeiten feiert die Gemeinde in der Bürgerspitalskirche ihre Gottesdienste.

Vikar in Mauerkirchen: Gottfried Pfeiffer (1970-1973).

 

1971

Gottesdienst in der alten Schule in Altheim

In Altheim darf die Gemeinde ein altes Klassenzimmer in der Schule als Betraum benutzen.

 

1973

Vikar in Mauerkirchen: Hermann Maier (1973-1976).

 

1975

Peter K. Unterrainer

Nachdem Pfarrer Sindram 1974 Braunau wieder verlässt, kommt Vikar Peter K. Unterrainer (geboren 1948 in Klagenfurt, zuvor Vikar in Kirchdorf/Krems) als neuer Pfarrer.

In seinen fast 30 Jahren in Braunau baut er vieles neu auf.

 

1976

Hermann Schubert Vikar in Mauerkirchen: Hermann Schubert (1976).

 

1977

Gottfried Mohr Vikar in Mauerkirchen: Gottfried Mohr (1977-1980).

 

1980

Dieter Schott Vikar in Mauerkirchen: Dieter Schott (1980-1983).

 

1983

Michael Beck Vikar in Mauerkirchen: Michael Beck (1983-1987).

 

1985

Auf Betreiben von Pfarrer Unterrainer und dem Rektor des Diakoniewerks Gallneukirchen, Gerhard Gäbler, wird ein "Diakonieverein" gegründet: Drei engagierte Familien (darunter die Pfarrerfamilie) bieten Arbeitsplätze im eigenen Haushalt für Menschen mit Beeinträchtigungen an. Unterkunft finden sie in einer betreuten Wohngemeinschaft in Braunau: Auf der Schanz 19.

 

1986

In Hochburg-Ach wird eine Vikariatsstelle eingerichtet (Zuständig für die Sprengel Hochburg-Ach und Riedersbach). Der erste Vikar ist Mag. Andreas Gerhold (1986-1988).

 

1987

Walter Wieland Vikar in Mauerkirchen: Walter Wieland (1987-1991).

 

1989

Anlässlich des 100. Geburtstages Adolf Hitlers wird vor dessen Geburtshaus in der Salzburger Vorstadt ein Mahnstein errichtet: Auf dem Granitblock aus dem KZ Mauthausen stehen die Worte „Für Frieden Freiheit und Demokratie – nie wieder Faschismus – Millionen Tote mahnen“. Hier wird jedes Jahr zum Tag der Befreiung Mauthausens (5. Mai 1945) in einer Gedenkstunde an die Opfer gedacht. Es sprechen jeweils der Bezirkshauptmann (wHR Dr. Bernhard Wolfram, ab 2009 Dr. Georg Wojak), der Bürgermeister (Gerhard Skiba, ab 2010 Mag. Johannes Waidbacher), der röm.-kath. Stadtpfarrer (Dechant Msgr. Stefan Hofer, ab 2013 Mag. Wolgang Schnölzer) und der evangelische Pfarrer (Peter Unterrainer, ab 2006 Mag. Jan Lange). Die Evangelische Kirche wird dadurch in Braunau mehr wahrgenommen.

 

1990

In Hochburg-Ach versieht Pfarrerin Irmela Mukurarinda (1990-1994) ihren Dienst.

 

1990-95

Schreiber Osterlamm Schreiber Kreuzigung Schreiber Pieta Schreiber Golgatha

Der Gottesdienstraum in der Dankbarkeitskirche wird renoviert und mit finanzieller Unterstützung des Landes und der Stadt Braunau Bilder von Johannes Schreiber gekauft.

Erfahren Sie hier mehr über die Bilder und den Künstler.

 

1991

Harald Bähr Vikar in Mauerkirchen: Harald Bähr (1991-1993).

 

1993

Martin Brüggenwerth

Vikar in Mauerkirchen: Martin Brüggenwerth (1993-1997). Da die Württembergische Landeskirche die Vikarsstelle in Mauerkirchen streicht, wird der aus Hannover kommende Martin Brüggenwerth von Hannover und Wien bezahlt. Nach seiner Zeit in Mauerkirchen bleibt er in Österreich.

 

1994

Altheim Gemeindesaal

In Altheim darf die Pfarrgemeinde den ehemaligen Sitzungsaal im alten Gemeindeamt am Stadtplatz 27 zu einem Betraum umbauen.

Vikar in Hochburg-Ach: Pfarrvikar Matthias Wagner (1994-1996).

 

1995

Die erste Homepage der Pfarrgemeinde Braunau geht online. Damit ist Braunau die erste evangelische Pfarrgemeinde Österreichs im WWW!

 

1996

Tilmann Knopf

Vikar in Hochburg-Ach: Mag. Tilmann Knopf (1996-1998, danach wurde die Stelle aus Geldmangel aufgegeben).

 

1997

Holger Küstermann

Vikar in Mauerkirchen: Holger Küstermann (1997-1999), doch noch einmal von Württemberg aus geschickt und bezahlt.

Das Diakoniewerk eröffnet eine Werkstätte im Thalerhaus in Mauerkirchen. Die Werkstätte übernimmt dabei die bisher vom "Diakonieverein" beschäftigten Menschen.

21. Jahrhundert

2000

Gottfried Dinkelaker

Die Pfarrgemeinde feiert ihren 100. Geburtstag.

Die Württembergische Landeskirche stellt aus Geldmangel die Finanzierung der Vikarsstelle in Mauerkirchen endgültig ein. Nun kommt der gerade in den Ruhestand verabschiedete Dekan Gottfried Dinkelaker für drei Jahre, der uns einige Jahre seiner Pension schenkt (2000-2002).

 

2002

Manuela Tokatli

Die Österreichische Kirche schickt die Pfarramtskandidatin Mag. Manuela Tokatli (2002-2003) nach Mauerkirchen. Danach aber wird diese Stelle offen gelassen.

 

2004

Die Diakoniewerkstätten aus dem Thalerhaus ziehen in das neue große Haus in der Spitzgasse 44.

 

2005

Jan Lange

Nach dem Wechsel von Pfarrer Unterrainer nach Salzburg übernimmt der Hamburger Pfarrer Mag. Jan Henrik Lange (geboren 29.06.1972 in Hamburg) den Dienst in der Gemeinde. Er baut die ökumenischen Kontakte weiter aus und initiiert die Renovierung des Schönthalersaals, des Jakob-Stüberls (ehem. Jugendraum) u.v.m. Außerdem gibt es nun auch kulturelle Veranstaltungen (Konzerte von Kosakenchören, Kathy Kelly, Roman Kazak, Zaubervorstellungen) in der Kirche und im Schönthalersaal.

 

2008

Das Diakoniewerk eröffnet ein Haus mit 4 Wohngruppen für Menschen mit Beeinträchtigungen in der Wilhelm-Mayer-Straße 1 in Mauerkirchen.

 

2010

50 Jahre Erlöserkirche

Im März wird das „Haus für Senioren“ des Diakoniewerkes in der Bahnhofstraße 49 in Mauerkirchen eröffnet.

Die Erlöserkirche feiert im September ihren 50. Geburtstag – die Festpredigt hält Bischof Hon.-Prof. Dr. Michael Bünker. Zu diesem Anlass kommen viele der ehemaligen Vikare.

 

2011

Die Gemeinde feiert am 1. Mai den 150. Jahrestag des ersten evangelischen Gottesdienstes im Innviertel.

Am 27. Mai nimmt Braunau zum ersten Mal an der „Langen Nacht der Kirchen“ teil.

 

2012

Die Gemeinde feiert ein dreifaches Jubiläum: 50 Jahre Bau der Auferstehungskirche in Riedersbach und der Gnadenkirche in Hochburg-Ach und 150 Jahre Kauf des Getreidespeichers in Braunau, der in den folgenden vier Jahren zur Kirche umgebaut wurde.

 

2014

Die Stadtgemeinde Braunau ehrt unseren Gemeindegründer Jakob Schönthaler, indem sie am 9. Oktober den bisher namenlosen "Platzl" zwischen Stöger-Stadl und Gugg den Namen "Schönthaler-Platz" gibt.